So verlieren unfotogene Menschen die Angst vor der Kamera

Sobald du eine Kamera erblickst, fallen dir gefühlt alle Haare aus, du drehst dich weg. Deine Selbstsicherheit sinkt, sobald du fotografiert werden sollst – „Bitte keine Fotos“. Und dann kommt der Tag, an dem du neue Portraitfotos von dir brauchst.

Du nimmst deinen Mut zusammen und suchst dir im Idealfall einen professionellen Fotografen. Der erste Schritt ist also getan, ich zeige dir in diesen Blog, wie schnell auch unfotogene Menschen die Angst vor der Kamera verlieren.

Eigentlich hat niemand vor der Kamera per se Angst. Sehr wohl aber von den Folgen, die passieren, wenn du von jemanden fotografiert wirst, der keinen Tau von Kameras und Blickwinkel hat und dich unvorteilhaft ablichtet.

Die Resultate hinterlässt dann bei vielen den Eindruck, dass sie unfotogene Menschen sein. Doch das stimmt nicht.

Unfotogene Menschen und die Sache mit dem Kontrollverlust

Viele setzen die Angst vor der Kamera mit Kontrollverlust gleich. Und niemand ist gerne unbekannten Vorgängen ausgeliefert.

Die Lösung dazu: Lass dir vom Fotografen erklären, was er macht und lass dir sofort zeigen, wie es wirkt. So kannst du auch Einfluss nehmen auf den Prozess, teile mit und sag was du magst und was du nicht magst.

Jeder Fotograf sollte das „Tethered Shooting“ anwenden können. Dabei wird die Kamera via Kabel oder Funk mit einen PC oder Laptop verbunden und die Bilder landen direkt nach dem Drücken des Auslösers auf dem Computer.

So kannst du dir die Bilder sofort zeigen lassen. Ich persönlich fotografiere NIE im Studio ohne Laptop, weil ich so eben die Bilder sofort zeigen kann und wir (Kunde & ich) dann beurteilen können, wie das Portrait wirkt.

Die Sache mit der Unsicherheit

Die Masse meiner Kunden hat ihre Erfahrungen mit Fotografen bei Passbildern und/oder in der Schule beim Schulfotografen gemacht. Oder gar nur ein Smartphone von Freunden in einen blöden Augenblick vors Gesicht gehalten bekommen. Habe ich Recht?

Die Lösung: Erwarte dir vom Fotografen klare Anweisungen, was du zu tun hast, lass dir erklären, was auf Bildern mit deiner Körpersprache und Mimik passiert. Suche dir einen Fotografen, der während deiner Fotosession dein Regisseur ist. So bekommst du nach und nach Sicherheit vor der Kamera. Und das sieht man dann später auf den Fotos.

Die Sache mit der Kritik

Niemand wird gern kritisiert. Wer sein Bild zeigt, muss damit aber leben, dass es nicht allen gefällt. Das muss man aushalten, nur wie?

Die Lösung: Gute Vorbereitung + Planung. Bist du passend gekleidet, ausgeschlafen und wirst richtig belichtet, kommt ein tolles Bild von dir dabei heraus. Doch was ist „passend“? Alles was deine Ziele unterstützt.

Ob du für einen neuen Job Bewerbungsfotos brauchst oder du dein Fitnessziel erreicht hast und du mit dieser erlangten Fitness abgelichtet werden willst: Portraits haben immer ein Ziel.

Definiere für dich dein Ziel und kläre das mit dem Fotografen ab. Das hilft vor allem dabei, wie die Themen passend umgesetzt werden. Das beginnt mit der Vorbereitung, mit einem Gespräch vor der Fotosession, geht weiter mit der technischen Umsetzung (Licht und Kamera) und endet mit dem fertigen Bild.

Such dir also einen Fotografen mit methodischem Vorgehen, mit einem roten Faden, der während der Fotosession klar erkennbar ist. 

Nimm dir ausreichend Zeit, denn gute Portraitfotos macht man selten im Vorbeigehen. Gute Fotos machen etwas mit dir: sie geben dir einen Wert, den du mitnimmst. Schlechte Fotos verändern dich auch: sie verunsichern dich und empfänglich für negativ empfundene Kritik.

unfotogene Menschen

Unfotogene Menschen und die Sache mit dem Selbstbild

Viele Menschen haben ein verzerrtes Selbstbild von sich im Kopf. So kann es dann sein, dass man auf Fotos anders aussieht als man sich selbst wahrnimmt. Warum? Weil wir täglich vor dem Spiegel stehen und uns betrachten. Doch dieses Bild ist seitenverkehrt (im Gegensatz zur Kamera, des Fotos oder des Mitmenschen).

Die Lösung: Du musst dich damit abfinden das du von deiner Umwelt anders wahrgenommen wirst als du dich selbst siehst. Im extremen Fall kannst du auch dein Bild mal spiegeln und dann vergleichen.

Für Bewerbungsfotos oder Headshots würde ich aber auf jeden Fall die ungespiegelte Variante verwenden, den so erkennen dich die anderen.

Die Sache mit der Erfahrung und dem verletzten Vertrauen

Ich komme nochmal auf das Beispiel von Freunden zurück, die einen ungefragt ein Smartphone vor das Gesicht halten und einfach losknipsen. Und dann hast du sicher schon mal gehört das du komisch auf dem Bild aussiehst, wurdest gar vl ausgelacht.

Dabei sind solche Fotos nicht deine Schuld. Du wurdest in einem unpassenden Moment fotografiert. Du hattest also keinen Einfluss darauf, ob das Bild gut wird. Viele halten sich dann für einen unfotogene Menschen.

Die meisten Menschen, die sich für unfotogen halten, haben solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht. Und diese Erfahrungen brennen sich tief in uns hinein.

unfotogene Menschen

Die Lösung: Sprich es beim Fotografen an, sag das du unsicher bist und schlechte Erfahrungen gemacht hast. Zeig im besten Fall in ein Bild von dir auf dem du dir nicht gefällst, sprich an was dich stört. Fordere Respekt von demjenigen ein, der die Kamera bedient. Die Prozesse beim fotografiert werden, wie ein Foto entsteht, sind genauso wichtig wie das Foto selbst.

Was nützt dir das tollste Bild von dir, wenn du damit ein negatives Gefühl vom Moment der Aufnahme verknüpfst? Ein guter Fotograf ist ruhig, weiß was er tut, weiß mit der Technik umzugehen und ist in der Lage, auf dich einzugehen.

Empathie, Interesse und Kommunikation – Wer das als Fotograf nicht beherrscht, wird dich auch psychologische nicht überzeugen können. Also ist die emotionale Kompetenz mindestens genauso wichtig wie die fachliche Kompetenz.

Die Sache mit der Wirklichkeit

Viele Menschen haben eine Wunschvorstellung von sich selbst: schlanker, glattere Haut, weniger graue Haare, keine Augenringe, keine Falten. Doch es ist wie es ist, ein Wunschbild. Ein Foto allein kann das nicht erfüllen.

Klar man kann jetzt die Haut weichzeichnen, die Proportionen des Körpers verformen, die grauen Haare übermalen. Von einem natürlichen Foto entfernen wir uns damit aber weit weg.

Die Lösung: Ein guter Fotograf kann dir Posing-Tipps geben, die deine Oberarme schlanker wirken lassen, dein Doppelkinn kaschieren. Mit der Lichtsetzung kann er Falten mildern und dir ein frischeres Aussehen verschaffen. In der Retusche können Pickel entfernt, Falten abgemildert werden. Sprich bei deiner Fotosession an was dich an dir stört.

Frage nach, wer deine Bilder retuschiert und ob deine Anforderungen umgesetzt werden. Aber denk daran. dein sichtbares Alter auf Bewerbungsfotos kann unter anderem ein Grund dafür sein, dass du gefragt bist. Leben und Erfahrung darf man ruhig auf Portrait erkennen.

Die Sache mit der Gewohnheit

Wir leben in stark visuellen Zeiten. Überall sind wir umgeben von Reizen, die uns mehr oder weniger gut gefallen. Auf Instagram folgen wir Personen und Personal Brands, die auf uns attraktiv wirken. Wir laufen einem idealisierten Vorbild nach.

Auf vielen Bildern wird gefiltert, bis der Arzt kommt. Vergleiche das mal mit alten Fotoalben, auf denen das Papier schon vergilbt oder die alten Röhrenfernseher und vergleiche diese mit den 4K Fernsehern der heutigen Zeit.

Matschig, unscharf, kontrastarm. Unsere Sehgewohnheiten haben sich über die Jahre und mit den digitalen Medien verändert. Und wir idealisieren Vorbilder auf sozialen Netzwerken.

Die Lösung: glaube nicht alles was du siehst. Vieles davon ist einfach nur gefaked. Hör also auf dich mit irgendwelchen Vorbildern zu vergleichen. Steh zu dir selbst, sei ehrlich und natürlich.

Damit punktest du viel mehr. Menschen merken in real life sofort, wenn was gefaked wurde. asymmetrische Gesichter und kleine „Makel“ wirken auf uns oft attraktiver und spannender. Glatte Schönheit gibt es nicht.

Fazit

Ich erwähne immer wieder das es sowas wie unfotogene Menschen nicht gibt. Das Problem sind eben das wir einerseits schlechte Erfahrungen gemacht haben, oder das wir in ein verzerrtes Selbstbild haben, usw. Ein auf Portraits spezialisierter Fotograf wird auch bei unfotogene Menschen es schaffen, tolle Bilder zu machen.

Ein guter Portraitfotograf ist dein Regisseur und mit seiner Kompetenz wird er mit den Menschen arbeiten und dir ein gutes Gefühl vor der Kamera ohne Zeitdruck geben.

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